Freundlichkeit

Ich möchte gerne über die Freundlichkeit sprechen, und zwar auf die Art und Weise, wie die Buddhisten mit ihrer Praxis der liebenden Güte daran herangehen. Ich habe gelernt, die Bedeutung dieser Praxis in den letzten Jahren im Bereich des spirituellen Wachstums zu verstehen und die Bedeutung, die diese wiederum für unsere Welt hat.

So wie die buddhistische Lehrerin und Autorin von „Geh an die Orte, die du fürchtest“, Pema Chödron, sagt: „Sei freundlicher mit Dir selbst. Und dann lass deine Güte die Welt überfluten. “
Was sie sagt, und da kann ich ihr nur zustimmen, ist, dass Freundlichkeit damit beginnt, freundlich zu uns selbst zu sein.
Wir sind nicht in der Lage, pure Freundlichkeit wirklich anzubieten, wenn wir sie uns selbst nicht anbieten können.
Mitgefühl für andere beginnt damit, dass wir freundlich zu uns selbst sind. Und das bedeutet bedingungslos freundlich, freundlich, wenn wir versagen, freundlich, wenn wir verletzt werden, freundlich, wenn wir unfreundlich sind.

Ja, selbst wenn wir um uns schlagen oder mit dem dritten Schokoriegel unseren Körper quälen, um unsere Trauer darin zu ertränken, können wir freundlich sein. Wir können die Hilflosigkeit sehen und wir können liebende Güte dazu bringen. Wir können die Überwältigung sehen und liebende Güte dazu bringen.
Es ist der erste Schritt. Und der verändert alles.

Ich sage nicht, dass Sie nie wieder jemanden schlagen oder zu viel essen werden, sondern, dass Mitgefühl an den verwundeten und leidenden Orten die Alchemie ändert.
Man kann sich den Unterschied etwas besser vorstellen, wenn man zornig ein kleines Kind anschreit, wenn es sein Glas Milch auf den Boden wirft, oder man es umarmt, wenn es aus Angst und Schock weint, und mit den Worten: “Alles ist in Ordnung” tröstet.

Nun, in Ihrem Inneren sind Sie das kleine Kind, wenn Sie verzweifelt sind, und was wir dann normalerweise tun, ist, uns zu bestrafen und böse mit uns zu sein, wenn wir versagen. Was Sie wirklich brauchen, ist kein großer Prügel, weil Sie die Kontrolle verloren haben oder Sie “versagt” haben. Was Sie brauchen, ist ein freundliches Dasein, das Ihnen sanft sagt: “Ihnen geht es gut.”

Das ist nicht so einfach, wie es sich anhört. Unsere Konditionierung und damit wir selbst, haben die Angewohnheit, die „hässlichen“, „dunklen“ und „unangenehmen“ Seiten von uns abzulehnen und zu betäuben, und das ist so tief in uns verwurzelt, dass es sich völlig kontraintuitiv anfühlt, wenn wir uns unserer Angst stellen und uns der Panik mit liebevoller Güte hingeben. Wir passen uns nicht der tobenden Eifersucht an, oder dem Bauchschmerz, ohne schnell nach einer Lösung finden zu wollen und es in hektischer Hysterie nach außen zu tragen oder es mit etwas zu betäuben, vom Fernsehen über die Arbeit bis hin zum Wein.

Deshalb nennt man es eine Praxis. Nur mit Zeit und Wiederholung beginnt es, sich langsam aber sicher in unserem System zu verankern und ein Erhalten dieses Gefühlszustandes und das Dazubringen liebevoller Güte bewirken Wachstum und Heilung. Es gibt keine alternativen Wege; Heilung ohne sich den Schmerzen zu stellen, ohne die Wunden im Tageslicht an der Luft zu heilen, ist nicht möglich. Und um diese quälenden, beschämenden und furchterregenden Gefühle auftauchen zu lassen, braucht es liebende Güte.
Wir können auf dieser Reise mit der Suche nach einer äußeren Quelle der liebenden Güte beginnen. Eine Großmutter, eine Freundin, ein Therapeut, ein spiritueller Lehrer. Eine Person oder ein Ort, an dem wir uns akzeptiert und sicher fühlen.

Es kann hilfreich oder manchmal sogar notwendig sein, zuerst Unterstützung bei der Aufklärung dessen zu finden, was wir so lange in uns selbst verurteilt haben, mit jemandem, der weiß, wie wichtig es ist, dies hervorzubringen; der weiß, dass dies die einzige Möglichkeit ist, unser Licht wieder erleuchten zu lassen an den Orten, an denen wir uns für unwürdig und unliebenswert hielten.

Mit der Zeit können wir uns der Praxis der liebenden Güte gegenüber uns selbst widmen. Wir lernen, uns zu halten, wenn jeder Zentimeter unseres Körpers und unseres Seins vor Verzweiflung zittert, unerschütterlich ist, nicht ablehnend, nicht kritisierend und nicht wollend, dass es anders ist. Einfach stillsitzend, voller Mitleid, zuschauend, nah und präsent bei uns selbst, mit dem Gefühl, die damit verbundene Geschichte loslassen. Bis es seinen Weg findet. Und ich verspreche Ihnen, diesen Weg werden Sie auf ganz natürliche Art finden. Es wird sich anfühlen, als ob ein großer Sturm gewütet hätte, und wenn er vorüber ist, gibt es eine Stille und Frische, die daraus entsteht, dass man sich damit konfrontiert und zugelassen hat, das Alte und das Verborgene aufzurütteln und zu bereinigen. Es mag Zärtlichkeit und ein Gefühl der Ursprünglichkeit geben, aber genau das hilft dem Herzen, auf eine süße und unschuldige Weise aufzubrechen und Liebe und Verbindung wieder fließen zu lassen.

Liebende Güte. Mitgefühl. Es fängt bei uns selbst an. Es ist der Grund für das Entstehen von Heilung, und wir wissen nicht, wie sehr jeder von uns auf unserem Planeten diese Heilung gerade braucht.
Sei freundlicher mit Dir selbst. Und dann lass deine Güte die Welt überfluten. “

Mit Liebe und Freundlichkeit
Kanika Frings

Mitbegründer von DIMA, einem Zentrum für bewusstes Leben.
www.dimamallorca.com
kanika@dimamallorca.com

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