Nähren und Gedeihen

Wir leben in so interessanten Zeiten, so viele Veränderungen, so viele erste Male, und so viel Ungewissheit, die ein ganzes Spektrum an Emotionen hervorruft, von Angst, Verlust und Sorge bis hin zu Hoffnung, Vertrauen und einem Gefühl der Erneuerung.
Es war und ist immer noch interessant, mich selbst durch diese Veränderungen zu führen und die verschiedenen emotionalen Reaktionen zu beobachten, die sie in mir und in den Menschen um mich herum ausgelöst haben.

Ich war und bin weiterhin auf die vielen unterstützenden Methoden und Instrumente angewiesen, die ich gelernt habe, für mich zu nutzen und anzuwenden. Dazu gehört alles, was meinen Körper, meinen Geist, mein Herz und meine Seele nährt.

Der kniffligste Teil – das Wissen, das ich habe, und die Praktiken, die ich kenne, auf mich selbst anzuwenden – ist für mich Disziplin. Lange konnte ich die Disziplin für meine Praktiken nur finden, wenn ich bereits unter Angst und Sorgen litt. In diesem Zustand des Mangels, der Angst und der Verwirrung würde ich mich zur Disziplin bereiterklären, um im Gegenzug Struktur und Unterstützung zu erhalten.

So wie ich eine Pflanze erst dann gieße, wenn ich sehe, dass die Blätter hängen, weil ich die Bewässerung vernachlässigt habe.
Sie bewegt sich von einem Extrem zum nächsten, von Trockenheit zu Flut zu Trockenheit zu Flut.

In der Zeit der Trockenheit wird der Boden staubig und hart, er verliert seine Vitalität und seinen Reichtum.
Die Pflanze versorgt sich in dieser unwirtlichen Umgebung aus ihren eigenen Reserven.

Das Gießen von Wasser auf diese feste Erde hat eine kurzzeitige Wirkung, das Wasser kann nicht aufgenommen werden, es läuft einfach durch den staubigen, harten Boden, wäscht seine Mineralien und Fruchtbarkeit aus, die Wurzeln der Pflanze können nur ein weinig dringend benötigtes Wasser abrufen. Diese Pflanze wird überleben, sie wird leben, aber sie wird höchstwahrscheinlich nicht streben.

Die Pflanze und der Boden müssten genährt werden, mit Zeit, Aufmerksamkeit und Pflege. Ein oder zwei Tage in Wasser getaucht, die Erde mit organischem Material gedüngt, vielleicht sogar umgetopft für einen frischen Neuanfang und um weiterhin einen Platz für Wachstum und Entfaltung zu bieten.

Ich habe viele Jahre meines Lebens damit verbracht, in dieser Dynamik zu leben, unermüdlich bis zur völligen Erschöpfung zu arbeiten, dann zusammenzubrechen und mein Bedürfnis nach Ruhe schnell zu stillen, indem ich kurze Pausen einlegte, um meine Batterie aus der Erschöpfung wieder in einen Zustand zu bringen, in dem ich funktionieren konnte.

In einem Leben zu arbeiten und zu leben, das uns ständig ein Stück mehr abverlangt, als wir haben, ist ein Leben am Limit und geht mit einem Zustand ständiger Erschöpfung einher. Ein Zustand, der sich einstellt, wenn die Reserve aufgebraucht ist. Der Überlebensmodus. Dann gibt es hier und da eine schnelle Lösung, eine Woche Urlaub, einen Abend mit Freunden, einmal in der Woche Yoga und vielleicht eine Meditation, wenn es die Zeit erlaubt.

Es hat mich wirklich Jahre gekostet, mich an einen Ort zu pflegen, an dem ich mich aufgeladen und fähig fühle. Viele Tage und Wochen der Ruhe und des Eintauchens und ziemlich viele neue Töpfe mit frischer Erde für einen Neuanfang. Ich lerne immer noch, mein Tempo zu bestimmen und einen Rhythmus zu finden und anzupassen, in dem ich mein Leben außerhalb der Erschöpfung führen kann, in einem Zustand, in dem ich mich genährt, gesund und lebendig fühle.

In diesem Zustand der Fülle, der Zufriedenheit, kann eine innere Ruhe, eine Zärtlichkeit und Sanftheit entstehen. Diese Sanftheit nährt meine Lieben, meine Gemeinschaft, die ihrerseits mich wiederum nährt.

So wie eine nährreiche Erde den Boden für das Gedeihen und Wachsen von Pflanzen bildet, so nähren wir uns und unsere Umgebung, damit sie uns nähren kann. Ein Kreislauf, in dem alles, was wir geben, immer wieder zurückgegeben wird und uns ständig auflädt und wieder auflädt.

Wann immer Sie also das Bedürfnis haben, etwas für sich selbst zu tun, das Ihren Geist, Körper und/ oder Ihre Seele nährt, gönnen Sie es sich!
Wir alle profitieren von der Nahrung, die Sie mit Ihrer vollen Zufriedenheit für sich selbst, Ihre Gemeinschaft und die Welt bereitstellen.

Mit Liebe

Charu Eliza Hermsdorf
Mitbegründerin von DIMA Mallorca, einem Zentrum für bewusstes Leben
Mediatorin und Konfliktberaterin bei MediateBerlin
www.mediateberlin.com

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