Hingabe

 

Ich kannte beide Seiten dieser Urteile und musste lernen, die außerordentliche Schönheit der Hingabe zu ehren, die mir Dinge in meinem Leben zugänglicher gemacht hat. 

Aber bevor das passierte, musste ich den Widerstand überwinden, den ich für das Gebet hielt, den schlechten Geschmack, den die religiöse Ignoranz bei mir hinterlassen hatte, und die unterwürfige Konnotation, die das Wort mit sich gebracht hatte.

Auch ich war skeptisch gegenüber der Authentizität jener, die sich mit vor ihnen gefalteten Händen vor einem Gott oder einem Guru verbeugten. Ich hatte zu viele leere Zeremonien gesehen, die gewöhnlich die Bewegungen der Treue ohne das Vorhandensein von Heiligkeit durchliefen. Ebenso fand ich es peinlich, wenn sich ein Schüler zu Füßen seines Meisters warf und versprach, sich ganz seiner Gnade hinzugeben.

Ich konnte den Unterschied zwischen „Glauben“ und „Religiosität“ noch nicht erkennen. Ich habe sie alle in einen Topf gegeben, mit dem ich nichts zu tun haben wollte.

Und dann erlebte ich Hingabe. Ich korrigiere, ich glaube, ich habe sie schon oft erlebt, aber ich habe sie nicht als solches erkannt, und als ich es tat, erwischte ich mich schnell dabei, diese von mir abzuschütteln, wie ein Ärgernis, für das ich mich heimlich schämte.

Heute ist Hingabe ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens, der mich immer wieder zutiefst demütigt. Sie zeigt sich in der Ausschüttung eines überfüllten Herzens, in der tiefen Dankbarkeit des Gewöhnlichen und des Außergewöhnlichen, in der Anmut und Fehlerlosigkeit der Widersprüche des Lebens, in der Hingabe an das, was etwas Höheres sein mag, und mich doch einschließt.

Ich habe mich in Hingabe an die Ehrfurcht vor der Natur, an einige Meister, an die Landschaften der Musik, an den Tanz, an einen Liebhaber, an die Tiefe der Trauer und an das große Unbekannte, geöffnet. 

Es scheint eine andauernde Liebesaffäre zu sein, die sich mit der Zeit erweitert und vertieft. Das hat ein enormes Gefühl des Vertrauens in mir geweckt, dass das Leben wohlwollend ist und dass alles in Ordnung ist, wenn sich hingeben kann.

Sogar in diesem Moment, wenn ich diese geschriebenen Wörter zurücklese, erkenne ich, dass ich, ohne dieses Phänomen mal erlebt zu haben, die Stirn runzeln würde, was den Schriftsteller vage und übertrieben erscheinen lässt. 

Die Wahrheit ist, dass etwas sehr Greifbares und Grundlegendes in der Hingabe steckt, trotz ihrer rätselhaften Natur.

Es ist auch wahr, dass man Hingabe absolut nutzen kann, um das menschliche Erleben spirituell zu durchlaufen, oder sich fest an etwas festhalten kann, das nicht irdisch und weltlich ist, um sich nicht dem Leiden und der Verzweiflung stellen zu müssen, die auch ein Teil dieses menschlichen Erlebens sind. Es ist leicht, unsere persönliche Kraft und Fähigkeit zur Veränderung zu missachten und sie einem „mystischen Vater“ oder anderen Gottheiten preiszugeben, um nicht die volle Verantwortung für uns selbst übernehmen zu müssen.

Für mich ist dies keine Hingabe, die im täglichen Leben verwurzelt ist und die Gefahr birgt, die transformative Handlungsfähigkeit aufzugeben. Das Irdische kann dadurch verschoben und für das Himmlische verworfen werden, und mit dieser Verwerfung wird das Leiden erzeugt, was es zu einer Teufelsspirale macht, in der Gott und ich getrennt sind und somit unsere eigene natürliche Vollkommenheit verwerfen.

Ich denke, dass Hingabe für jeden von uns auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlichen Momenten und Formen zum Ausdruck kommt, aber ich glaube, dass die Erfahrung der Hingabe von Natur aus eine Erfahrung sein sollte, die wir in unser tägliches Leben integrieren können. Keine Erfahrung, die auf Kirchen und Tempel beschränkt ist und den Göttern und Gurus vorbehalten ist.

Wenn wir die Hingabe auf der Erde, auf der wir laufen, erkennen können, in der Tasse Tee, die wir morgens schlürfen und in der Spinne, die über unsere Zehen kriecht, dann ist der Spirit nichts Besonderes, für das, oder zu dem wir beten müssen. 

Es wird zu einem integralen Teil von uns, der uns durch herausfordernde Phasen führt und uns jenseits unserer begrenzten Wahrnehmung erhebt.

Eine begründete Hingabe ist dort, wo wir Gott auf dem Marktplatz treffen können und wir wissen, dass ich und er und es alles eins sind.

Haben Sie einen wundervollen Tag,

Namaste,

Kanika Frings

Mitbegründerin von DIMA Mallorca, einem Zentrum für bewusstes Leben, Mallorca, ES

& Holistic Counsellour

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