Veränderung

Der Vorläufer der Veränderung ist nach meinen Erfahrungen der Widerstand. Und ich liebe es. Es zwingt mich, genauer hinzuschauen und mich auf das vorzubereiten, was ich loslasse, um Platz zu schaffen und dann das Neue willkommen zu heißen. Ich nutze diesen Artikel als Einladung, den Zustand der Welt und meinen eigenen Widerstand gegen diese immanente Veränderung zu betrachten.

Ein Teil dieser Zeiten der Veränderungen zu sein, ist schmerzhaft für mich, ist beunruhigend und überwältigend. Eines Tages, als ich von der Trauer gepackt war, die die endlosen Feuer und die Verluste so vieler Lebensformen auf der Erde in mir auslösten, wurde ich daran erinnert, dass vor uns bereits viele hier waren und viele gegangen sind. 

Diese Stadt hier, in der ich lebe, war einst ein Wald, in dem Arten lebten, die längst vergessen sind, und ein Leben stattfand, was wir uns heutzutage nicht vorstellen können. Die Bären sind verschwunden, die Wölfe kehren gerade zurück und viele wünschen sich, sie hätten es nie getan. Sehr wenige sind fasziniert von unseren weit entfernten Vorfahren, denen, die in diesen längst vergangenen Wäldern lebten, zusammen mit den verschiedensten Göttern, Ritualen und Tränken. Es gab Druiden und Weise, Heiler und Hexen, und wir alle kennen ihre unglücklichen Schicksale.

All dies ist so weit weg, so tief in Unwissenheit vergraben und unter den vielen neuen Anpassungen, die unsere Spezies seitdem erfahren hat, scheinen meine Generation und die vor mir vergessen zu haben, dass es jemals eine Zeit gab, in der wir anders lebten. Und ist das so wichtig? Ich bin nicht sicher. Ich weiß nur, dass ich mich durch diese Gedanken meinem eigenen Widerstand gegenüber emphatischer gefühlt habe.

Diese Reflexion hat mich ermutigt zu akzeptieren, dass Veränderung und Transformation ein Teil des Lebenszyklus sind, ein Teil der Evolution, von dem, wer bin ich, um zu entscheiden, wann und wie was stattfinden soll. Es wäre meine Idealvorstellung, wenn unsere Welt und die Umwelt jetzt so bliebe, wie sie ist, um uns Zeit zu geben, uns anzupassen und die notwendigen Änderungen vorzunehmen, damit unsere nächsten 7 Generationen das Leben in all seinen bekannten Formen bezeugen und erleben können. Aber liegt das an mir?

Ja und nein. Es liegt nicht an mir, die Evolution oder Veränderung zu stoppen. Aber es liegt an mir, nicht im Weg zu stehen, neue Lebensformen nicht daran zu hindern, sich zu entfalten, und dies bedeutet, alte Vorstellungen loszulassen, davon wie diese Welt sein soll. Es erfordert viel Flexibilität und Vertrauen, um sich dem hinzugeben. 

Diese Veränderung ist schwer für uns alle, die wir bisher auf dieser Erde gelebt haben und die Ozeane, Seen und Flüsse, die frische Luft, die alten Wälder und jeden neuen Baum, alle Insekten, das ganze Tierreich und die endlosen Opfergaben von der Erde für selbstverständlich erlebt haben. Es wurde uns gegeben, es funktionierte und ich kann mir keine Welt vorstellen, in der alles, was ich jetzt kenne, aufhört zu existieren.

Wie kann ich mich also offen und demütig gegenüber dieser bevorstehenden Veränderung geben, wenn jede Faser meines Körpers unter dem Schmerz des Verlustes und der Sorge schmerzt, die sich nähernde Welt nicht verstehen zu können?

Ich werde damit beginnen, mich von der Panik zu lösen, die nur eigennützig ist und die mich davon abhält, zu reagieren, zu handeln. Veränderung erfordert Akzeptanz. Aus Akzeptanz und Frieden entstehen Kraft und Energie, konstruktive Kraft und Energie. Und das ist es, was benötigt wird. In dem Moment, in dem ich akzeptiere, dass diese Veränderung einfach das ist, was sie ist, kann ich mich darauf konzentrieren, liebevoller, aufmerksamer und fürsorglicher mit mir selbst und allem, was mich umgibt, umzugehen. Ich kann mit meiner Angst geduldig sein und je mehr ich mich von Liebe und Wertschätzung füllen und bereichern lasse, desto einfacher wird es, Veränderungen nicht persönlich zu nehmen.

Ich kann mich jetzt dafür entscheiden, eher zu schützen als zu verteidigen, mich verantwortlich statt schuldig zu fühlen, inspiriert statt frustriert und mich der Freude statt der Angst hinzugeben. Diese kleinen Veränderungen in unserem Denken, in unserem Sprechen, in unseren Manifestationen sind unsere Kraft.

Meine tägliche Übung besteht darin, in dem Bewusstsein zu ruhen, dass mein Schmerz meine Angst vor Verlust ist, mein Zorn meine Hilflosigkeit im Umgang mit Veränderungen und meine Traurigkeit meine tiefe Liebe, Wertschätzung und Fürsorge für alles, was hier auf dieser schönen Erde mit mir existiert.

Anstatt zu kämpfen, werde ich leidenschaftlich lieben, offener Acht geben, ehrlicher sprechen, zuerst meine eigenen Feuer löschen, einen Konflikt, eine Unwissenheit nach der anderen. Ich werde mein Wissen und mein Privileg nutzen, um alle Bemühungen um Liebe und Heilung zu unterstützen. Ich werde Mitgefühl anstatt Wut gegenüber denen zeigen, die sich an ihrem eigenen Feuer verbrennen. 

Möge diese Veränderung Sie inspirieren!

Mit Liebe

Charu Eliza Hermsdorf

 

Mitbegründer von DIMA Mallorca, einem Zentrum für bewusstes Leben

Mediator und Konfliktberater bei MediateBerlin

www.mediateberlin.com

 

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